It's Time for a Fashion Revolution

Heute kommt ein Blogeintrag, an dem ich schon lange rumstudiere, der es aber nie hierhin geschafft hat, weil ich einfach zu keiner Lösung kam. Das Finden einer Lösung ist auch ziemlich komplex bei diesem Thema und wie ihr seht, bin ich bisher gescheitert. Doch ich bin zum Schluss gekommen, dass gar nicht darüber zu schreiben noch viel schlimmer ist. Vielleicht ahnt ihr schon, dass es um gewisse Aspekte in der Mode geht, vor denen wir zu oft die Augen verschliessen, darunter Arbeitsbedingungen und Nachhaltigkeit. Vieles trifft in einer Konsumgesellschaft natürlich nicht nur auf die Mode zu, sondern auch auf die Lebensmittel- oder Technikbranche, um nur zwei Beispiele zu nennen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.


Bei Statistiken und Studien bin ich lieber ein bisschen vorsichtig. Die wenigen seriös scheinenden Quellen sind jedoch ernüchternd, wenn auch nicht überraschend. Oft fliessen Versprechen von Seiten der Firmen in Bewertungen ein, was verständlich aber möglicherweise verfälschend ist. Doch eines ist klar herauszulesen: Übertrieben hohe Preise bedeuten nicht zwingend mehr Transparenz, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit.

Informationen zu Arbeitsbedingungen findet ihr im Firmen ABC der EvB, die dazugehörigen Bewertungskriterien hier. Ökologische Aspekte wurden dabei nicht berücksichtigt. Auswertungen zur Nachhaltigkeit sind auf Rank a Brand zu finden. Diese schliessen die Einhaltung internationaler Arbeitsrechte ein, ausserdem spielen aktiver Klimaschutz, Verwendung biologischer und recycelter Stoffe sowie ein umweltfreundlicher Umgang mit Wasser eine Rolle. Auffallend ist, dass sich viele Unternehmen in der zweitbesten Bewertungsstufe befinden - ein erfreulicher Anblick im ersten Moment. Doch nach einigen Klicks auf einzelne Markennamen und dem Lesen der Erläuterungen ist klar, dass da noch grosse Verbesserungen zu wünschen sind. Wie Rank a Brand funktioniert und inwiefern unsere Kaufentscheidungen Hersteller beeinflussen können, wird in folgendem Video erklärt.



Ein weiterer Punkt ist, dass wohlklingende Begriffe wie "Bio-Baumwolle" nicht geschützt sind. Solche Bezeichnungen zeigen möglicherweise den Willen für einen Schritt in die richtige Richtung, sind aber nicht zwingend aussagekräftig und können leicht missbraucht werden. Wirklich Auskunft über die Vertrauenswürdigkeit bezüglich fairem Handel und Umweltfreundlichkeit geben Siegel wie das Fairtrade oder GOTS.

Mir ist bewusst, dass mein Konsumverhalten keinesfalls das Vorbildlichste ist und wie schon gesagt, die perfekte Lösung habe ich nicht gefunden. Ich hoffe, dass Unternehmen wie auch Verbraucher ihre Verantwortung in Zukunft besser wahrnehmen und dass die grosse Marktlücke diesbezüglich bald geschlossen wird. Auch wenn nur darüber nachdenken und schreiben weder der Umwelt noch Menschen direkt hilft, würde ich mich freuen, Themen wie dieses öfter auf Blogs anzutreffen. Da es letztendlich um das Handeln geht, habe ich drei einfache Ideen herausgesucht, die definitiv umsetzbar sind und unbedingt noch ergänzt werden wollen. Überhaupt bin ich nach diesem für meinen Blog ungewöhnlich langen Eintrag sehr auf eure Meinung gespannt!

1 IN KLASSIKER INVESTIEREN Der Modezirkus dreht sich schnell, doch mindestens bei Basics lohnt es sich, in qualitativ hochwertigere Stücke zu investieren anstatt ganz nach Wegwerfmentalität jedes Jahr neue Stoffschuhe und alle paar Monate weisse T-Shirts zu kaufen.

2 BEWUSST KONSUMIEREN Mit diesem Post möchte ich keinesfalls jemandem den Spass an der Mode nehmen, aber ich denke, es ist verkraftbar, nicht jeden Trend mitzumachen und auf unerklärlich billige Schnäppchen zu verzichten. Unsere Wertvorstellungen von Klamotten sind zerstört. Wer sich das nächste Mal über den Preis eines Kleidungsstückes aufregt, sollte vielleicht einmal eine Prise gesunden Menschenverstand anwenden und sich den Aufwand dahinter vorstellen. Auch wenn der Preis wie erwähnt nur bis zu einem gewissen Punkt aussagekräftig ist.

3 DIE AUGEN NICHT VERSCHLIESSEN Mittem im Informationsüberfluss, ist es nicht schwierig, schreckliche Tatsachen zu verdrängen. Deshalb finde ich Posts wie diesen sinnvoll – ihr habt vermutlich nichts gelesen, wovon ihr noch nie gehört habt, doch vielleicht habt ihr beim nächsten Einkaufsbummel die verlinkten Seiten im Kopf und bevorzugt Marken mit besseren Bewertungen. An dieser Stelle empfehle ich die Fair Fashion App der EvB und die Rank a Brand App.

SCREENSHOT DER RANK A BRAND APP (STAND MÄRZ 2013)